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Piemont Wein Lexikon O

Wein Lexikon O für Weinliebhaber!

Oechslegrad

Oechslegrad ist die Basis für die Berechnung des Zuckergehalts in Weinen, die Aufschlüsse über den späteren Alkoholgehalt des Weines geben. Das Bewertungssystem basiert auf der Forschung des Apothekers Christian Ferdinant Oechsle (1774 – 1852), der mit der Oechslewaage erstmals ein Instrument herstellte, mit dem sich der Zuckergehalt von Weintrauben und damit ihr Reifestand ablesen ließ.

Die Erfindung von Oechsle basiert auf dem physikalischen Prinzip, dass Zucker schwerer ist als Wasser. Somit gibt die Differenz zwischen dem Gewicht der in den Weintrauben enthaltenen Flüssigkeit sowie dem Gewicht von Wasser derselben Menge Aufschluss über den Zuckergehalt des Weines, der später zu Alkohol vergoren wird. Heute wird der Alkoholgehalt mithilfe eines modernen Refraktometers bestimmt, das den Zuckergehalt anhand der Lichtbrechung festhält.

Anhand einer Tabelle lässt sich der ermittelte Wert der Weintraube in Grad Oechsle in den erwarteten späten Alkoholgehalt umrechnen. Kommt eine Weintraube auf 70 Grad Oechsle, so ist später im Wein ein Alkoholgehalt von 9,1 % Vol. zu erwarten. 80 Grad Oechsle entsprechen hingegen einem Alkoholgehalt von 10,6 % Vol. Als Daumenregel gilt, dass die Oechslegrad in nördlichen Gefilden wichtiger ist als in südlichen Ländern, da unter guten Anbaubedingungen die Weintrauben ohnehin gut reifen.


Organoleptische Prüfung

Diese Prüfung kommt ohne Hilfsmittel aus. Anhand der organoleptischen Prüfung wird die Qualität eines Weins – beispielsweise von einem Degustanten – ausschließlich anhand der natürlichen Sinne bewertet.