nach oben
 

Piemont Wein Lexikon M

Piemont Wein Lexikon M für Weinliebhaber!

Mehltau

Unter dem Mehltau verbergen sich mit dem Falschen Mehltau (Peonospora) und dem Echten Mehltau (Odium) zwei der gefährlichsten Krankheiten für die Weinrebe, die durch Pilze ausgelöst werden. Der Befall von Mehltau kann erhebliche Schäden in den Weinbergen verursachen. Da es sich bei dem Mehltau um eine aus Nordamerika eingewanderte Seuche handelt, konnten die heimischen Rebsorten kaum Resistenzen gegenüber dem Erreger entwickeln und reagieren deswegen besonders allergisch. Da der Erreger auf den Rebsorten überwintert, muss er restlos beseitigt werden, da ansonsten die Weintrauben im nächsten Jahr erneut befallen werden.

Beim Echten Mehltau ist der Erreger der Eipilz. Er lässt sich an dem grauweißen Pilzrasen und der netzartigen Struktur auf den Reben erkennen. Die Blätter wirken mehlig und verschimmelt. Die befallenen Weintrauben stellen das Wachstum ein und platzen auf oder verschrumpeln. Bereits befallene Weintrauben müssen unverzüglich aus dem Verkehr gezogen werden, da schon der kleinste Befall sie ungenießbar macht.

Beim Falschen Mehltau ist der verantwortliche Erreger wiederum der Eipilz. Es bilden sich auf den Blättern runde und gelbliche ölige Flecken, der Pilzrasen zeigt sich nur auf der Blattunterseite. Die befallenen Weintrocken vertrocknen, die Blätter verwelken. Auch hier müssen die Weintrauben bei dem leichtesten Befall entfernt werden.

Als Vorbeugung gegen den Mehltau empfehlen sich luftige Wachstumsbedingungen der Weinreben, die zudem regelmäßig zugeschnitten werden sollten. Auch sollte bei der Düngung auf Stickstoff verzichtet werden, da dieses das Abwehrverhalten der Reben schwächt. Hilfreich ist auch die regelmäßige Entfernung von Unkraut sowie eine Bewässerung an der Wurzel, da Nässe auf den Reben ein Risikofaktor für den Mehltau ist.

Der Erreger meidet zudem Kräuter wie Kerbel, Basilikum und Schnittlauch, da diese Abwehrstoffe gegen den Pilz besitzen. Dies lässt sich ausnutzen, indem diese Kräuter in der Nähe der Rebstöcke gepflanzt werden. Wichtig ist zudem, bei Befall rechtzeitig zu reagieren und sämtliche befallenen Bestandteile der Rebsorte zu entfernen, da sich der Erreger von dort auszubreiten droht.