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Piemont Wein Lexikon S-Z

Wein Lexikon für Piemont-Wein Liebhaber!

Secco

Secco hat in der Weinszene zwei Bedeutungen:

1. Secco ist die italienische Bezeichnung für die Geschmacksrichtung trocken. Diese ist als Wein definiert mit dem Zuckeranteil unter 4 Gramm pro Liter. Sofern die Säure des Weins um zwei Gramm niedriger liegt als der Restzucker, darf ein Wein auch bei einem Restzuckeranteil bis zu 9 Gramm als trocken geführt werden.

2. inoffizielle Bezeichnung für Perlwein. Ist von einem Perlwein die Rede, so enthält dieser Kohlensäure, unterscheidet sich aber vom Sekt bzw. Champagner in zwei Beziehungen: Zum einen ist dem Secco die Kohlensäure zugesetzt worden und nicht durch wiederholte Gärung entstanden. Zum anderen darf der Druck nur 2,5 Bar enthalten. Die Kohlensäure ist damit weit weniger enthalten als beim Sekt bzw. Champagner, wo die Kohlensäure um 6 Bar Druck enthält. Secco ist als leichtes Getränk für gesellige und ausgelassene Anlässe beliebt. Er verkörpert ein wenig das italienische Lebensgefühl von dolce vita und wird gern am Abend nach getanem Tagwerk verkostet.

Tannin

Tannine sind pflanzliche Gerbstoffe, mit denen sich die Pflanzen vor Fressfeinden schützen. In der Weintraube kommen sie in deren Schalen, Kernen und Stielen vor. Tannine gehören zu den wertvollsten Inhaltsstoffen von Weinen und von Rotweinen im Besonderen. In der Önologie sind bislang über 30 verschiedene Tannine bekannt, von denen manche mehr und manche weniger geschätzt sind. Die Gerbstoffe geben dem Wein seine Qualität durch ihre Struktur und ihren Gehalt. Als Faustregel gilt, dass Tannine mit Säure im Wein negativ korreliert. Das bedeutet, ein Wein mit einem hohen Tanningehalt besitzt tendenziell nur einen geringen Säuregehalt, während umgekehrt ein Wein mit geringen Tanninanteilen von einem hohen Säuregehalt geprägt ist.

Geschmacklich sind Tannine für die Textur im Wein verantwortlich. Sie sorgen für das raue und pelzige Mundgefühl, wo die Geschmacksnerven sich im Rahmen der Adstringenz regelrecht im Gaumen zusammenziehen. Ein zusätzlicher Effekt ist eine gewisse bittere Note, die durch das Tannin erzeugt wird. Als pflanzliche Abwehrstoffe sind Tannine auch für den Menschen gesundheitsfördernd und damit hauptverantwortlich für den guten Ruf des Rotweins, von dem der Volksmund sagt, dass ein Gläschen Rotwein pro Tag sehr gut für die Gesundheit sei. Dies wird durch die Fakten belegt, denn Tannine wirken antioxidativ, beugen Entzündungen der Schleimhäute vor, unterstützen die Wundheilung, stärken das Immunsystem, sind gut für das Herz-Kreislaufsystem und wie viele Bitterstoffe auch für den Magen-Darmtrakt.

Darüber hinaus geben Tannine dem Wein Struktur, wenn sie mit dem Fruchtanteil harmonieren. Sie verhindern die Oxidation des Weins und sorgen damit für eine hohe Lagerfähigkeit des Weins. Auch die Farbe des Weins wird durch die Gerbstoffe beeinflusst. So besitzt ein Wein mit vielen Tanninen eine interessante rotbräunliche Färbung. Abgesehen von dem Tanningehalt der Trauben können dem Wein auch durch die Barrique sowie in einem geringeren Anteil durch den Korken Tannine zugeführt werden.