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Zu Besuch in Serralunga d`Alba

Ein Gastbeitrag von Adrian Ramseier

Eine knappe Woche durften wir - meine Frau Eva, unsere 3 3/4-jährige Tochter Tabea, unsere 5-monatige Airedale Terrierhündin Quita und meine Wenigkeit, Hausmann, Kinder- und Hundebetreuer im Nebenamt, im Hauptamt Banker - im malerischen Serralunga d'Alba verbringen. Meine Frau sollte mit Diana und Micha arbeiten, ich mich um den Nachwuchs und den Hund kümmern...

Bereits die Fahrt ins Piemont - oder besser gesagt die letzten Kilometer - offenbarten zuerst faszinierende Ebenen mit Reisfeldern, um dann in eine wunderbare Hügellandschaft mit Weinbergen, Haselnussplantagen und beinahe kitschig schönen Dörfern über zu gehen. Im Dorfzentrum ein Dorfplatz als sozialer Treffpunkt und als Wahrzeichen eine malerische Kirche - ähnlich in der Struktur und doch jedes Dorf einzigartig und schön, teilweise scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Wir bezogen eine Wohnung an zentraler Lage - und erlebten erholsame Tage in dieser unvergleichlich schönen Region. Nicht nur die Landschaft tut der Seele ausgesprochen gut, auch die Menschen, die uns so freundlich begegneten und die - für uns ganz ungewohnt - Zeit haben und sich Zeit nehmen.

 

So genossen wir ausgedehnte Spaziergänge in den Weinbergen mit Aussicht auf weite Teile der Region Langhe, vorbei an wundervollen Weingütern und bellenden Wachhunden. Hier angebaute Weine – u. a. Barbaresco Weine – sind weltberühmt. Eine spezielle Begegnung durfte ich beim Besuch des Weingutes Ghisolfi erleben. Gianmarco, Winzer in vierter Generation, empfing uns zur Besichtigung und Degustation. Seinen sicht- und spürbarer Stolz auf seinen Wein, das wunderbare Weingut, aber auch seine Bescheidenheit, Freundlichkeit und die für mich ungewohnte Offenheit gegenüber Fremden beeindruckten mich tief. Nach einer ausgiebigen Führung durch seinen Betrieb durften wir seine Weine verkosten, und wir waren begeistert. Die Weine reflektierten seine Leidenschaft und das Terroir in verblüffender Weise. Wir liessen den Vormittag bei einer köstlichen Platte mit Antipasti auf dem Dorfplatz in Monforte d'Alba ausklingen...

Ostern verbrachten wir mit der Familie eines mit Diana und Michael befreundeten Önologen in Scaparone in der Casa Scaparone, einem liebevoll restaurierten Bauernhof, in dem unter anderem ein exzellentes Restaurant untergebracht ist. Wir durften erfahren, was ein Osteressen nach Italienischen Maßstäben bedeutet - was die Dauer, aber auch die Menge an servierten Speisen anbelangte... Über vier Stunden genossen wir ein abwechslungsreiches und spannendes Menü, begleitet von passenden Weinen, die das Casa Scaparone selbst herstellt. Eine rundum stimmige Sache, mit lieben Menschen und spannenden Gesprächen in einzigartiger Umgebung!

Leider findet auch der schönste Urlaub sein Ende , aber wie wir wirklich fühlten, dies brachte unsere Tochter auf den Punkt. Auf die Frage, ob es ihr gefallen habe, meinte sie: "Wenn ich gross bin, komme ich ins Piemont. Dann wohne ich hier, stecke Holzpfosten in die Erde und baue Wein an..." Nicht nur wir waren von dieser grossartigen Region sehr angetan!

Ganz bestimmt kommen wir wieder, ob geschäftlich oder ich als temporäre Nanny; wir werden bestimmt einen Grund finden...