nach oben
 

Wein Lexikon V

Babarolo Wein Lexikon V für Wein Liebhaber

Valpolicella 

DOC-Herkunftsbezeichnung für Weine der norditalienischen Region Venetien. Auf knapp 5000ha Rebfläche im Hinterland der Stadt Verona werden die Rotweinsorten Corvina, Rondinella, Molinara, Rossignola, Negrara, Barbera und Sangiovese kultiviert, wobei Corvina bis zu 70% des Verschnitts stellen kann. Valpolicella ist traditionell ein eher leichter , jung zu trinkender Wein mit angenehmen Kirscharomen und harmonischer Struktur. Erst seit den 1990er-Jahren hat sich ein dichterer, intensiverer und fester strukturierter Weintyp durchgesetzt, der insbesondere unter der Zusatzbezeichnung Superiore vermarktet wird. Häufig werden diese Weine auch mit der Methode des sogenannten Ripasso gekeltert. Die renommierteste Weinart des Valpolicellagebietes ist der Amarone. Daneben wird auch süßer Recioto erzeugt. 

Valréas 

eigenständige Herkunftsbezeichnung der A.C. Côtes- du- Rhone-Villages im Gebiet der gleichnamigen Gemeinde des südfranzösischen Départments Vaucluse. Von den etwa 270ha Rebfläche kommen Weiß-,Rosè- und Rotweine aus den typischen Rebsorten. Rotweine und Rosés müssen zu mindestens 50% aus Grenache gekeltert sein. 

Valtellina 

DOC-Herkunftsbezeichnung für weine des gleichnamigen Tals in der norditlienischen Region Lombardei. Auf etwas mehr als 600ha Rebfläche wird vor allem die Rotweinsorte Chiavennasca (Nebbiolo) kultiviert, daneben auch Merlot, Rossola, Pignola, Valtellinese, und Brugnola. Unter der Bezeichnung Sforzato (Sfursàt) wird ein trockener Strohwein nach Art des Amarone erzeugt, der einen Alkoholgehalt von midestens 14%vol aufweisen muss. 

Vanillegeschmack, eigentlich Vanillearoma, 

eine Art des Holzgeschmacks, der vor allem durch den Ausbau im Barrique entsteht. Die ihm zugrunde liegende Substanz ist Vanillin, chemisch Vanillaldehyd, ein aromatischer Aldehyd, der an Zucker gebunden in den ätherischen Ölen zahlreicher Pflanzen vorkommt. Er wird durch das Erhitzen der Holzdauben beim Fassbau freigesetzt und anschließend vom Alkohol des Weins aus dem Holz ausgelaugt. 

Vegetabil, Vegetabilisch, 

nach Gemüse Gras oder Blättern duftend; Begriff der Weinsprache für Aromen, die an pflanzliches Grün erinnern, im Unterschied zu Blüten-oder Fruchtaromen. Vegetabile Aromen können im Rahmen eines komplexen Buketts durchaus angenehm auffallen; für sich allein wirken sie meist grobschlächtig oder sogar fehlerhaft. Dominierende vegetabile Noten sind häufig auf die Verarbeitung nicht ausgereiften Traubenguts zurückzuführen.

Vendemmia Tardiva, 

italienisch für späte Lese, auch für Wein aus spät gelesenen, vollreifen Trauben; die Bezeichnung ist vom italienischen Weingesetz nicht vorgesehen, wird aber gelegentlich für halbsüße oder süße, spätleseartige Weine verwendet.

Verdejo, 

Weißwein-Rebsorte der spanischen Region Kastilien-León, die vor allem im Anbaugebiet Rueda kultiviert wird. Die Weine entfalten einen Duft von Stachelbeeren und Äpfeln, können aber auch ausgeprägt vegetabilen oder mineralischen Charakter zeigen. 

Veresterung, 

eine chemische Reaktion, bei der sich Säuren mit Alkoholen zu Estern und Wasser umsetzen. 

Vermentino, 

Weißwein-Rebsorte des mittleren und westlichen Mittelmeerraums; sie wird auf knapp 3900 ha Rebfäche in Italien, vor allem in den Küstenlandschaften des Tyrrhenischen Meeres und auf der Insel Sardinien, auf der französischen Insel Korsika und an der französischen Mittelmeerküste kultiviert. Man vermutet, dass Vermentino spanischen Ursprungs ist und zur Gruppe der Malvasia gehört. Die spät reifende Sorte bringt angenehm fruchtige, saftige Weißweine hervor. Der einzige DOCG-Wein auf Vermentinobasis ist Vermentino di Gallura.

Vernaccia di San Gimignano, 

DOCG-Herkunftsbezeichnung für Weißweine der italienischen Toskana. Vernaccia ist eine italienische Weißwein-Rebsorte, die vorwiegend im Gebiet der toskanischen Stadt San Gimignano kultiviert wird. Vernaccia di San Gimignano war 1966 der erste italienische DOC- Wein und gehörte 1987 zu den ersten, die DOCG-Status erhielten. Die Weine sind feinfruchtig mit leichter Würze im Duft, saftig und fest am Gaumen; bessere Qualitäten werden gelegentlich auch im Barrique vinifiziert bzw. ausgebaut.  

Verrieseln, Durchrieseln 

zwischen dem ersten Aufblühen und der endgültigen Ausbildung der Beeren Blüten oder junge Beeren abwerfen; im Prinzip ist dieses Abwerfen ein natürlicher Vorgang innerhalb des Vegetationszyklus der Rebe und ihrer Fruchtentwicklung-werden allerdings zu viele Blüten abgestoßen, beeinträchtigt dies den Ertrag. Besonders anfällig für Verrieseln sind beispielsweise die Rebsorten Riesling, Gewürztraminer und Spätburgunder, der österreichische Neuburger, der italienische Picolit, und die Rotwein-Rebsorte Sankt Laurent. Neben solch sortenspezifischer Ausprägung können die Gründe für das Verrieseln auch in einer gestörten Befruchtung als Folge zu niedriger Temperaturen oder in mangelnder Versorgung der Rebe mit dem Nährstoff Bor liegen.

Verschnitt

Ein Verschnittwein (auch Cuvée) ist ein Wein, der aus mehreren Rebsorten komponiert wurde, um positive Eigenschaften der einzelnen Rebsorten zu kombinieren und einen vielschichtigen Wein zu kreieren. Ein Beispiel wäre ein Verschnittwein, um gleichermaßen von dem Duft des Traminers und der Säure des Rieslings zu profitieren. Durch den Verschnitt geht natürlich die Einzigartigkeit von bestimmten Rebsorten verloren, weswegen der Verschnittwein sowohl Vorteile als auch Nachteile besitzt.

Vespolina, 

Rotwein-Rebsorte aus dem Norden der italienischen Region Piemont; die spät reifende Sorte wird auf knapp 180 ha (1999) Rebfläche kultiviert und geht in die Produktion der DOC-bzw. DOCG-Weine Boca, Bramaterra und Ghemme ein. Im Gebiet des Oltrepò Pavese ist Vespolina uach unter dem Namen Ughetta bekannt.

Vielschichtig, komplex, 

zahlreiche Aromen zeigend; Begriff der Weinsprache für hochwertige Weine mit einem reichhaltigen Duftspektrum und großer Eleganz. Vielschichtige Weine müssen nicht, wie oft angenommen, kräftig oder schwer sein.

Vin de Paille, 

französisch für Strohwein. Spezialität der französischen Weinbauregion Jura; die Trauben trocknen allerdings nur noch selten auf Stroh, sondern überwiegend in kleinen Holzkisten oder auf Holzlatten. Die Weine werden aus Rot-oder Weißwein-Rebsorten wie Spätburgunder, Chardonnay oder Savagnin gekeltert und gären bis zu 24 Monaten. Anschließend werden sie mehrere Monate in Holzfässern ausgebaut und unter der Herkunftsbezeichnung L'Ètoile order Arbois vermarktet.  

Vinifizieren, 

Trauben bzw. Moste zu Wein verarbeiten; der Begriff umfasst gemeinhin die Gesamtheit der Arbeitsschritte der Weinbereitung von der Traubenannahme bis zum Abfüllen des fertigen Weins; es kann aber auch nur die Etappe von der Gärung bis zum Säureabbau gemeint sein. 

Vin Jaune, 

Weinspezialität der französischen Weinbauregion Jura, die aus überreifen Trauben der Sorten Chardonnay und Savagnin gekeltert wird; er reift mindestens sechs Jahre in Barrique, die während dieser Zeit nicht aufgefüllt werden. Der Wein kommt dabei ausgiebig mit Luftsauerstoff in Berührung, allerdings bildet sich zu bestimmten Jahreszeiten an seiner Oberfläche eine Schicht Flor, die ihn vor zu rascher Oxidation schützt. Die Weine, die unter der Herkunftsbezeichnungen Arbois und Château-Chalon vermarktet werden, zeichnen sich durch ihre dichte, gelbe Farbe und ihr besonderes Aroma aus, das an trockene Nüsse, Gewürze und Honig erinnern.  

Vin Doux Naturel, 

französisch, natürlicher Süßwein, Abk. V.D.N., vor dem Gärende aufgespritete und deshalb süße Likörwein aus den vollreifen Trauben; die Bezeichnung ist vor allem im französischen Süden gebräuchlich. Solche Vins Doux Naturell  werden unter der Herkunftsbezeichnung Banyuls, Muscat, de Beaumes-de-Venise, Rasteau, Rivesaltes vermarktet.

Vin santo, 

italienisch-heiliger Wein; Strohwein der italienischen Regionen Toskana und Trentino-Südtirol; er wird aus zumeist weißen Trauben gekeltert, die nach der Ernte mehrere Wochen oder Monate auf Holzlatten liegend oder an Gerüsten hängend trocknen. Im Anschluss an die Gärung, bei der ein gewisser Restzuckergehalt unvergoren bleibt, wird der junge Wein in kleinen, nur halbhoch gefüllten und hermetisch verschlossenen Fässern ausgebaut. Diese lagern mindestens zwei Jahre in der sogenannten vinsantaia, meist einem Dachboden, wo sie sowohl sommerlicher Hitze wie winterlicher Kälte ausgesetzt sind. Im Sommer beginnt der Restzucker unter dem Einfluss von Hefen aus dem Fassbestand Jahr für Jahr spontan neu zu gären. Das Resultat dieser Prozedur sind alkoholbetonte Weine mit mehr oder weniger ausgeprägter Süße und Aromen von Nüssen, Aprikosen, Honig und Gewürzen. Vin santo wird unter einer Reihe von eigenständigen DOC-Herkunftsbezeichnungen vermarktet. Vin santo del Chianti, Vin santo del Chianti  classico oder Vin santo del Chianti di Montepulciano. Unter der Zusatzbezeichnug  Occhio di pernice wird in zahlreichen Gebieten auch Vin santo aus Roteien-Rebsorten erzeugt.

Vinho Verde, 

DOC-Herkunftsbezeichnung für Weine aus dem Norden Portugals; ihr Anbaugebiet ist das größte des Landes und umfasst gut 34000 ha Rebfläche. Das Vinho-verde-Gebiet ist in sechs Bereiche gegliedert: Amarante, Basto, Braga,Lima,Moncao und Penafiel. Das Klima ist feucht, was zu der üppigen Vegetation führt, die beim Namen der Herkunftsbezeichnung Pate stand; auf dem kargen, sandigen Granitböden wachsen Trauben unterschiedlichster Qualität. Kultiviert werden die weißen Alvarinho,Avesso, Azal, Loureiro, und Trajadura sowie die roten Azal tinto, Brancelho, Espadeiro, Pedral und Vinhao. Ein Großteil der Weine weist kaum mehr als 8.5% vol Alkohol auf und wirkt extrem leicht, oft auch leicht prickelnd; der schäumende rote Vinho gilt als leichtester Rotwein der Welt. Der einzig kraftvolle Weintyp der Apellation stammt aus der Gegend um die Stadt Moncao und entseht aus der Weißwein-Rebsorte Alvarinho.

Viskosität, 

Flüssigkeits-bzw. Zähigkeitsgrad von Weinen; sie ist vom Alkohlgehalt-insbesondere von dem höherwertiger Alkohole wie Glyzerin-, vom Zucker-und vom Extraktgehalt des Weins abhängig: Je höher diese Werte, desto zähflüssiger ist der Wein. Vor allem bei Süßweinen ist gesteigerte Viskosität , die sich in ausgeprägten Tränen (Kirchenfenster) äußert, ein Indiz für hohen Zuckergehalt. Übersteigt sie, gerade bei trockenen Weinen, ein bestimmtes Maß, wird sie als Weinkrankheit betrachtet. Man sagt dann, der Wein sei lind.

V.O.R.S, 

Abkürzung für Vinum Optimum Rare Signature oder Very Old Rare Sherry, eine Qualitätsstufe von Sherry. 

V.O.S., 

Abkürzung für Vinum Optimum Signatum oder Very Old Sherry, eine Qualitätsstufe von Sherry.