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Piemont Wein Lexikon R

Piemont Wein Lexikon R für Weinliebhaber

Rotwein

Rotwein wird ausschließlich aus blauen Weintrauben hergestellt. Im Gegensatz zum Weißwein werden bei der Kelterung auch die Kerne, Schalen und Stiele vergoren. Diese enthalten wertvolle Tannine, Aromastoffe und Farbstoffe, die sich bereits während der Maische-Gärung zu entwickeln beginnen. Bei der Verbreitung von Weißwein- und Rotweingebieten lässt sich ein Nord-Süd-Gefälle ausmachen, was daran liegt, dass die roten Trauben vorzugsweise in sehr warmen Gebieten gedeihen. So wird im Norden (neben Bier) eher Weißwein getrunken und im Süden eher Rotwein. Daneben gibt es mit dem Rosé-Wein noch eine Sondersorte vom Wein.

Im Vergleich zu Weißweinen erhalten Rotweine weniger Säure, aber wesentlich mehr Tannine. Auch der Alkoholgehalt ist geringfügig höher. Während der Maische-Gärung verwandelt sich der Fruchtzucker in Alkohol. Die schwersten Rotweine können dabei einen Alkoholgehalt von bis zu 15 % Vol. entwickeln. Das Aromaspektrum von Rotweinen ist vielfältig. Typisch sind der Geschmack nach Wildbeeren und Kirschen. Weitere Aromen sind zum Beispiel Mokka, Vanille, Schokolade und Zimt. Wird die Gärung frühzeitig abgebrochen, entwickeln sich Rotweine zu einem leichten Durstlöscher. Dauert die Gärung hingegen länger, entwickeln sich komplexe, schwere und alkoholreiche Rotweine, die besonders für Feinschmecker von Interesse sind.

Riserva

Riserva ist ein Zusatz in der italienischen Weinklassifikation. Er weist darauf hin, dass Weine bezüglich der Lagerung, des Anbaus und des Ausbaus bestimmte Kriterien erfüllen müssen wie zum Beispiel eine längere Lagerung als derselbe Wein ohne den Zusatz. Die nächsthöhere Qualitätsstufe bei dem Zusatz ist riserva speciale.

Rebsorten

Die Weintrauben werden von der edlen Weinrebe gewonnen und als Obst (Tafeltrauben), Rosinen und für die Weinerzeugung genutzt. Weltweit sind etwa 8000 bis 10000 Rebsorten bekannt, von denen aber nur 2500 zur Weinerzeugung zugelassen sind. Dies verdeutlicht die strengen Qualitätskriterien des Weines, um den anspruchsvollen Genießern das komplexeste Getränk aller Zeiten nicht zu verwässern. In Deutschland werden 140 Weinreben angebaut, von denen der Riesling und der Müller-Thurgau (Rivaner) am bekanntesten sind.

Bei den Rebsorten ist ein pyramidales Hierarchiegefälle zu beobachten. Nur etwa 24 der etwa 2500 zugelassenen Weintrauben besitzen eine marktpolitische Bedeutung. Auf die beliebtesten 50 Rebsorten entfallen 95 % der Anbaufläche. Insgesamt beträgt die Fläche für den weltweiten Weinanbau ca. 7,9 Millionen Hektar, in Deutschland sind es knapp über 100.000 Hektar.

Die edle Weinrebe gehört zu den ältesten Pflanzen der Erde. Ihr Alter wird von Wissenschaftlern auf etwa 100.000.000 Jahre geschätzt. Während früher die Ägypter als das erste Volk galten, die den Weinanbau betrieben, konnten zahlreiche neue Funde die alte Erkenntnis ins Wanken bringen. Nach heutigem Informationsstand befinden sich die ersten Zeugnisse für den Weinanbau im Südkaukasus im Gebiet des heutigen Armeniens und Georgiens. Die Quellen konnten auf das Jahr 5800 v. Chr. datiert werden. Es folgen Quellen aus Sumerien in Mesopotamien aus dem Jahr 5000 v. Chr. Während die Ägypter den Weinanbau kultivierten, besaß dieser als erlesenes Genussmittel im alten Griechenland und Rom höchste Bedeutung. Mit Dionysos und Bacchus wurden dem Wein sogar eigene Götter geweiht. Im Mittelalter sorgte Karl der Große für erste Weinverordnungen, während im Zeitalter der Kolonien weitere wichtige Anbaugebiete in Übersee gewonnen werden konnten.

Durch Kreuzung, Selektion und Mutation konnten die Weinreben in den vergangenen Jahrtausenden erheblich verbessert werden. Andere Reben gingen durch Trockenheit, Krankheiten und Kälte mit der Zeit verloren. Die einzelnen Rebsorten unterscheiden sich in der Qualität und in vielen anderen Eigenschaften voneinander. Manche besitzen markante Alleinstellungsmerkmale wie der Muskatgeschmack des Muskatellers oder der würzige Gewürztraminer, deren Besonderheiten bereits im Namen ausgedrückt sind. Bedeutende Weißweinreben sind Chardonnay, Gewürztraminer, Muskateller und Savignon Blanc. Beim Rotwein sind dies Cabernet Sauvignon, Grenache, Merlot, Nebbiolo, Pinot Noir, Sangiovese, Syrah, Tempranillo und Zinfandel. Die Teilwissenschaft innerhalb der Vinologie, die sich mit den einzelnen Rebsorten beschäftigt, ist die Ampelographie.