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Piemont Wein Lexikon M

Piemont Wein Lexikon M für Weinliebhaber!

Mâcon 

Maconnais nach der Stadt Mâcon im französischen Burgund benannter Weinbaubereich südlich der Côte Chalonnaise; insgesamt stehen hier etwa 1400 ha (2003) unter Reben, zum größten Teil mit Chardonnay bestockt. Neben den Regionalappellationen Mâcon, Mâcon Supérieur und Mâcon Villages existieren fünf  Gemeindeappellationen: Pouilly,-Fuissé, Pouilly-Vinzelles, Pouilly-Loché, Viré-Clessé und Saint-Véran. Der geringe Rotweinanteil des Gebiets wird vorwiegend aus Gamay gekeltert und unter der Herkunftsbezeichnung Mâcon, Mâcon Supérieur oder Mâcon Villages vermarktet.

Maische 

Masse aus meist in der Traubenmühle gequetschten Beeren. Wenn nicht zuvor abgebeert wurde, sind auch die Stiele Bestandteil der Maische. Durch das Maischen (Einmaischen) werden Enzyme, Aromastoffe und Mineralstoffe (Extrakte) freigesetzt sowie die Trennung des Safts von den Beeren erleichtert. Fast alle Rotweine werden vor dem Pressen oder Gären eingemaischt. Allerdings entscheidet sich ihre Maischestandzeit vor dem Abpressen des Mostes oder des vergorenen Weins deutlich je nach gewünschtem Weintyp: Rotweine können bis zu mehreren Wochen auf den Schalen stehen, um das Auslaugen aller Farbstoffe und Tannine durch den Alkohol zu gewährleisten. 

Maischeerhitzung

Methode der Gärführung von Rotweinen, bei der die Maische auf 67-85°C erhitzt und nach einer Standzeit gepresst wird. Anschließend wird der Most in der Regel auf etwa 20°C abgekühlt und die Gärung findet unter den Bedingungen einer Weißweingärung statt. Das Verfahren wird v.a. dann angewandt, wenn einfache,süffige und rasch trinkfertige Weine erzielt werden sollen. Es eignet sich nicht zum Keltern hochwertiger, tanninhaltiger und altungsfähiger Weine. Bei mangelhafter Rückkühlung kann es zu extrem stürmischer Gäring unter starkem Schäumen und mit hoher Gärtemperatur kommen, was zu so genannten Versieden führt: Die Hefen degenerieren, Essigsäurebakterien entwickeln sich, es kommt zu Essigsäurebildung und zum Braunwerden des Weins.

Maischegärung 

Methode der Gärführung von Rotweinen, bei der die Gärung des Mosts auf der Maische, d.h. im Kontakt mit den Beerenschalen stattfindet; dabei kommt es zur Extraktion von Tanninen und Farbstoffen. Je nach Rebsorte und erwünschtem Weintyp kann die Maischegärung zwischen wenigen Tagen und sechs oder acht Wochen dauern. Dabei wird von vielen Winzern vor bzw. nach der Maischegärung eine weitere Standzeit eingeschaltet. Die Gesamtdauer von Maischegär-und Standzeit wurde im Verlauf der 1980er-und 1990er-Jahre in vielen Anbaugebieten stark verkürzt, weil sie bei zahlreichen Rotweinen-Rebsorten zur Extraktion harter und bitterer Tannine führen kann. Im Unterschied zur Maischeerhitzung werden durch Maischegärung fest struktuierte, vielschichtige und langlebige Weine erzeugt; Gärtemperaturen von mehr als 30°C fördern dabei die Farbextraktion, niedrigere die Ausprägung der Sortenaromen. 

Maischestandzeit 

insbesondere bei der Rotweinbereitung zur Farb und Tanninextraktion notwendigen Dauer des Kontakts zwischen dem Most und den Beerenschalen aif der Maische; sie betrug früher häufig bis zu einem Monat und länger, wurde aber in vielen Anbaugebieten in den 1980er-und 1990er-Jahren starlk verkürzt, weil sie bei zahlreichen Rotwein-Rebsorten zur Extraktion harter und bitterer Tannine führen kann.   

Margaux 

südlichste und ausgedehnteste A.C.-Kommunalappellation des Haut Medoc im französichen Bordeauxgebiet; von 1360 ha (2000) Rebfläche kommen 21 klassifizierte Grand-Cru-Gewächse, darunter der berühmte Grand Cru Château Margaux, 25 Crus Bourgeois und 38 Crus artisans. Die Weine von Margaux gelten als finessenreichste und eleganteste des Mèdoc. In die Cuveè der Gewächse geht überwiegend Cabernet Sauvignon ein, gefolgt von Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdon. Nur in wenigen Ausnahmefällen stellt Merlot mehr als 50% des Verschnitts. 

Mehltau

Unter dem Mehltau verbergen sich mit dem Falschen Mehltau (Peonospora) und dem Echten Mehltau (Odium) zwei der gefährlichsten Krankheiten für die Weinrebe, die durch Pilze ausgelöst werden. Der Befall von Mehltau kann erhebliche Schäden in den Weinbergen verursachen. Da es sich bei dem Mehltau um eine aus Nordamerika eingewanderte Seuche handelt, konnten die heimischen Rebsorten kaum Resistenzen gegenüber dem Erreger entwickeln und reagieren deswegen besonders allergisch. Da der Erreger auf den Rebsorten überwintert, muss er restlos beseitigt werden, da ansonsten die Weintrauben im nächsten Jahr erneut befallen werden.

Beim Echten Mehltau ist der Erreger der Eipilz. Er lässt sich an dem grauweißen Pilzrasen und der netzartigen Struktur auf den Reben erkennen. Die Blätter wirken mehlig und verschimmelt. Die befallenen Weintrauben stellen das Wachstum ein und platzen auf oder verschrumpeln. Bereits befallene Weintrauben müssen unverzüglich aus dem Verkehr gezogen werden, da schon der kleinste Befall sie ungenießbar macht.

Beim Falschen Mehltau ist der verantwortliche Erreger wiederum der Eipilz. Es bilden sich auf den Blättern runde und gelbliche ölige Flecken, der Pilzrasen zeigt sich nur auf der Blattunterseite. Die befallenen Weintrocken vertrocknen, die Blätter verwelken. Auch hier müssen die Weintrauben bei dem leichtesten Befall entfernt werden.

Als Vorbeugung gegen den Mehltau empfehlen sich luftige Wachstumsbedingungen der Weinreben, die zudem regelmäßig zugeschnitten werden sollten. Auch sollte bei der Düngung auf Stickstoff verzichtet werden, da dieses das Abwehrverhalten der Reben schwächt. Hilfreich ist auch die regelmäßige Entfernung von Unkraut sowie eine Bewässerung an der Wurzel, da Nässe auf den Reben ein Risikofaktor für den Mehltau ist.

Der Erreger meidet zudem Kräuter wie Kerbel, Basilikum und Schnittlauch, da diese Abwehrstoffe gegen den Pilz besitzen. Dies lässt sich ausnutzen, indem diese Kräuter in der Nähe der Rebstöcke gepflanzt werden. Wichtig ist zudem, bei Befall rechtzeitig zu reagieren und sämtliche befallenen Bestandteile der Rebsorte zu entfernen, da sich der Erreger von dort auszubreiten droht.

Malbec (Synonym typisch)

Malbec ist eine intensive und hochkomplexe Rebsorte, die allerdings aufgrund ihres hohen Pflegebedarfs und ihrer hohen Anfälligkeit vor allem gegenüber der Grauschimmelfäule, dem falschen Mehltau und der Holzkrankheit Eutypiose nicht mehr so verbreitet ist wie früher. Das ursprüngliche Anbaugebiet von Malbec sind weite Regionen im Südwesten von Frankreich. Die aus der Kreuzung der Magdeleine Noire und der Prunelard hervorgehende Rebsorte hat heute ein Anbaugebiet von 34.000 Hektar. Am besten gedeiht sie in den trockenen, heißen und wind- und witterungsgeschützten Regionen in Argentinien am Fuße der Anden. Deswegen ist Argentinien derzeit das Hauptanbaugebiet der Rebsorte.

Malbec ist eine überaus dunkle blauschwarze Beere, die eingeschenkt kaum Licht durchschimmern lässt, woraufhin ein Wein aus Malbec in aufregend dunklen Lila-Tönen für eine besondere Atmosphäre sorgt. Nicht weniger aufregend ist der Geschmack, der beim Wein einen würzigen und fruchtigen Grundton besitzt sowie ein breitgefächertes Aromaspektrum von der Pflaume, Heidelbeere, Kirsche, Schokolade, Tabak, Wacholderbeere bis zum Lorbeerblatt. Ein würziger Abgang sorgt für ein nachhallendes Finish.Was die Lagerung angeht, so profitiert die Rebsorte von einem Anbau in Barrique-Fässern. Die Rebsorte ist eine von sechs zugelassenen Verschnittsorten für den Bordeaux-Blend. Eine weitere Besonderheit ist das Vorhandensein von fast 400 Synonymen. In seinem Herkunftsland Frankreich ist der Malbec vor allem als Cot bekannt.