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Piemont Wein Lexikon I

Wein Lexikon I für Liebhaber!

IGT


IGT bzw. die Indicazione Geografica Tipica war eine 1998 geschaffene Klassifikation mit dem Ziel, zwischen der Wertung für einfache Tafelweine (VDT) und den hochwertigen DOCG-Weinen eine mittlere Bewertungsstufe zu schaffen. Nach der EU-Weinmarktverordnung aus dem Jahre 2009 wurde aus der IGT die Klassifikation IGP (
Indicazione Geografica Protetta). Winzer dürfen allerdings neben der modifizierten Bewertung auch die alten traditionellen Bewertungen wie eben die IGT auf der Etikette aufführen.

 

 

IGP

Die IGP steht für die Indicazione Geografica Protetta und damit für eine Klassifikation innerhalb der EU-Weinmarktverordnung aus dem Jahre 2009. Die neue Qualitätsordnung ersetzt die älteren nationalen Qualitätsnoten, die allerdings als sogenannte „traditionelle Begriffe“ zusätzlich auf dem Etikett eines Weins aufgeführt werden dürfen. Die Qualitätsstufe IGP befindet sich in der Qualitätshierarchie auf dem zweiten Platz hinter den Qualitätsweinen (IOP) und vor Weinen ohne Herkunftsangabe, dem früheren Tafelwein.

Um auf die Qualitätsstufe IGP aufgenommen werden, müssen die Rebsorten aus geschützten Anbaugebieten gewonnen werden. Zudem müssen die Weine in Bezug auf die Rebsorten, den Anbau, den Ertrag, die Lese und den Ausbau Qualitätsanforderungen genügen, die weniger strikt sind als bei den Qualitätsweinen, aber strikter als bei den Tafelweinen.

Interzellular

Die interzellulare Gärung ist eine Ganztraubengärung, bei welcher der Schritt der Entrappung entfällt. Stattdessen werden die blauen Beeren mitsamt ihrem Stielgerüst (Stiele und Stängel) in die Maische gegeben. Die erwarteten Effekte stehen einem hohen Aufwand gegenüber, weshalb die Ganztraubengärung nur selten angewandt wird. Verbreitet ist sie fast ausschließlich im Burgund, wo zum Beispiel der Beaujolais ein Rotwein ist, der mit dieser Methode hergestellt wird.

Winzer versprechen sich von der interzellularen Gärung eine bessere Durchlüftung während der Gärung und damit einen frischeren Wein, einen besseren Durchfluss des Mostes sowie eine komplexere Aromatik durch die zusätzlichen Lignine, Tannine und Proteine, die in den Stielen und Stängeln zu finden sind. Die enthaltenen Katechine wirken zudem als Antioxidanzien als Fänger von freien Radikalen und besitzen damit eine gesundheitsfördernde Wirkung. Durch den hohen Wassergehalt der Stiele zwischen 50 und 80 % kommt es während der Gärung zu einer geringfügigen Verdünnung des Weins, der im Endeffekt 1 – 1,5 % Vol. an Alkoholgehalt verliert.

Hinzu kommt, dass es dünnschalige Rebsorten wie Grenache, Syrah und Pinot Noir gibt, die besonders gut auf die Ganztraubengärung ansprechen und durch diese Form der Gärung im besonderen Maße an Struktur und Charakter dazugewinnen. Ganz neu ist die Methode freilich nicht, da sie die Zugabe des Stielgerüsts bei Weinen vor der Erfindung und Verbreitung der Entrappungsmaschine nicht ungewöhnlich war.