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Piemont Wein Lexikon L-R

Wein Lexikon für Weinliebhaber!

reduktiv

Der reduktive Ausbau ist die Alternative zum oxidativen Ausbau. Während beim oxidativen Ausbau eine geringe Diffusion mit Sauerstoff durchaus erwünscht ist, wird diese beim reduktiven Ausbau vermieden. Die Reifung des Weins geschieht in Tanks, wofür in der industriellen Fertigung heute moderne Edelstahltanks zur Verfügung stehen. Kleinere Winzer greifen dabei auch auf Flaschen zurück, wo sich der geringe Anteil an Restsauerstoff im Flaschenhals schnell verbraucht. Beim reduktiven Ausbau kann auch mit Kohlenstoffdioxid, Stickstoff und Argon zur Erzeugung einer inerten Atmosphäre gearbeitet werden.

Der reduktive Ausbau wird in der Regel bei Weißweinen und Schaumweinen angewandt, womit dem Wein bei der Reifung ein frischer, klarer und fruchtig-spritziger Geschmack verliehen wird mit einem blumigen Bukett. Ein streng reduktiv gehaltener Weißwein ist meistens auffällig hell bei einem Farbspektrum zwischen weiß und hellgelb. Während die streng reduktive Methode in den 1980er Jahren populär war, werden Weißweine und Schaumweine heute eher in einem moderat reduktiven Zustand gehalten. Der Grund dafür ist, dass der Wein bei zu wenig Sauerstoff zu oberflächlich wird und zudem auf Sauerstoffkontakt nach der Füllung zu sensibel reagiert. Etwas mehr Sauerstoff verleiht dem Wein hingegen mehr Komplexität, Tiefgang und Struktur.  

Rotwein

Rotwein wird aus blauen Weintrauben hergestellt und wird in leichten, mittelschweren und schweren Rotwein unterschieden. Durch den höheren Wärmebedarf der roten Rebsorten, wird er überwiegend in wärmeren Ländern hergestellt, während Weißwein in Ländern mit milderem Klima bevorzugt wird. Das älteste historische Monument für eine Herstellung von Rotwein ist eine rund 8000 Jahre alte Weinpressanlage in der Nähe von Damaskus. Der berühmte antike Arzt Hippokrates empfahl Rotwein als Heilmittel gegen Herz-Kreislaufbeschwerden.

Das Farbspektrum von Rotwein variiert zwischen hellrot mit orangen Schattierungen bis zu einem fast schwarzen, violett getönten dunkelrot. Der Geschmack ist mild und samtig, während der Wein insgesamt farbstärker, wuchtiger und voluminöser ist und einen größeren Alkoholgehalt als Weißwein aufweist. Ist das Anbaugebiet milder, schmeckt der Rotwein tendenziell milder und delikater. Er wirkt dann frischer und lebendiger und besitzt einen intensiveren Duft. Rotweine weisen zudem einen zarteren und leichteren Geschmack auf.

Der Rotwein wird in Holzbottichen und Betontanks hergestellt, wobei Edelstahl sich als besonders praktisch erwiesen hat und als Lagerungsmaterial immer beliebter wird. Als Reben für den Rotwein sind besonders bekannt:
Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir, Syrah, Garnacha, Gamay, Cabernet Franc, Sangiovese, Nebbiolo, Barbera, Pinotage, Tempranillo, Monastrell, Zinfandel, Malbec, Cinsaut und Carignan. Beliebte Rotweinsorten sind wiederum Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir, Syrah, Garnacha, Gamay, Cabernet Franc, Sangiovese, Nebbiolo, Barbera, Pinotage, Tempranillo, Monastrell, Zinfandel, Malbec, Cinsaut und Carignan.

Rosinen

Rosinen sind getrocknete Weintrauben. Überwiegend bekannt als Kuchenfüllung und Naschwerk haben Rosinen speziell für die Weinherstellung eine gewisse Bedeutung. Durch einen Befall der Weinanbaugebiete durch die aus Amerika eingeschleppte Reblaus wurde 75 % der Weinernte vernichtet. Um aus dem Engpass herauszufinden, begann Frankreich ab dem Jahre 1880 die systematische Nutzung von Rosinenwein.  Rosinenwein hat einen hohen Säuregehalt und einen bitteren Geschmack, der sich am ehesten mit einem Sherry vergleichen lässt. Bekannt ist er bereits im Imperium Romanum als Passum, während er im heutigen Italien Passito genannt wird. 

Schwefeldioxid

Schwefeldioxid (Sulfit) ist ein wasserlösliches Konservierungsmittel, das die Oxydation des Weines verhindert, indem das Gas die Enzyme hemmt, die Sauerstoff übertragen. Viele Weinexperten sehen das Sulfit im Wein als alternativlos für die mikrobiologische Hygiene an und deswegen die Vermarktung von schwefellosen Weinen als kritisch. Bereits im antiken Griechenland wurde Schwefeldioxid für die Herstellung von Weinen genutzt.

Winzer machen sich bei dem Gas die Tatsache zunutze, dass dieses bereits in solch kleinen Mengen seine Wirkung entfaltet, in denen die Substanz nicht herausgeschmeckt werden kann. Aus diesem Grund sowie deshalb, weil Schwefel in höheren Konzentrationen mit den aromatischen Stoffen im Wein reagieren und somit drastisch seinen Geschmack verändern würde, sind EU-weit Höchstmengen von Schwefel im Wein festgelegt, die bei trockenen Weinen 160 bis 260 mg/l, bei edelsüßen Weinen 300 bis 350 mg/l und bei Süßweinen 400 mg/l betragen. Die Wirkung von Schwefel verliert sich mit zunehmender Dauer, weswegen der Zusatz von Schwefel vor dem Abfüllen, nach dem Maischestadium und nach der Gärung üblich ist. Die Applikation geschieht mit einer Tablette, in flüssiger Form oder im Gas-Zustand.