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Piemont Wein Lexikon A

Wein Lexikon für Weinliebhaber!

autochthon

Der Begriff autochthon kommt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Silben autos (selbst) und chton (Erde) zusammen. Ein autochthoner Wein ist damit in seinem ursprünglichen Anbaugebiet verwurzelt, wo er sich über die Epochen hinweg durch Kreuzung, Selektion und Mutation an seine natürliche Umgebung anpassen und seine Varietäten ausbilden konnte. Obwohl das Label „autochthoner Wein“ kein direktes Qualitätsmerkmal darstellt, schwören manche Liebhaber von Weinen von guten traditionellen Rebsorten. Beispiele solcher Weine sind der Touriga Nacional aus Portugal, der Frappato aus Sizilien, der Fraueler aus Südtirol, der Elbling aus der Mosel und der Grüne Veltliner aus Österreich.

animalisch

Animalische Duftnoten entstehen beim Wein durch flüchtige Ethylphenole, deren Reaktionen einen strengen und herben Geruch entwickeln können, der an Tiere oder Tierisches erinnert. Manchmal geben solche Duftnoten dem Wein seine spezielle Würze wie beim Pinot Noir und dessen Duftnote als „Burgunder-Stinkerl“. Manchmal riechen sie aber zu streng und intensiv, sodass von einem Weinfehler ausgegangen werden muss.

Die Beurteilung darüber, ob solche animalischen Duftnoten als Stärke oder Schwäche des Weines angesehen werden, ist selbst unter Weinkennern schwierig, da die Grenzen fließend sind. In geringen Konzentrationen wirken die Phenole interessant und können Weinen einen atemberaubenden orientalischen Geschmack verleihen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird das Aroma aber unangenehm stechend. Da ein Rotwein wesentlich mehr von den Phenolen enthält, sind nur Rotweine, nicht aber Weißweine von diesem chemischen Prozess betroffen.

Der französische Önologe Pierre Casamayor hat ein Spektrum solch animalischer Duftnoten herausgearbeitet: frisches Fleisch, Leder, Connolly-Leder, Fell, Wildsauce, Wildbret, Hasenmagen, abgehangener Fasan, Zibetkatze, Moschus, Schweiß, Pferd sowie stechender Stallgeruch. Der Experte sagt, dass ab der Wildsauce der Geschmack nicht mehr als angenehm empfunden werden könne und somit definitiv fehlerhaft sei.